Im Gaza-Streifen
kämpft man heftig. (
aktuell) Uniformierte Menschen und solche die keine Uniform tragen verlieren ihr Leben oder verlieren ihre Geliebten. Es herrschen in der gesamten Region komplizierte politische Verhältnisse, in denen von Akteuren beider Seiten Hass geschürt wird. Die Presse auf der ganzen Welt ist voller Erklärungen, Fakten und Hinweise auf Faktoren, die in dem Konflikt eine Rolle spielen: die Armut, die unterschiedlichen Religionen, die Ideologien, die Abstammung, regionale und globale Sicherheit, Machtwille und Klassenunterschiede werden hinauf und herunter dekliniert. Währenddessen wird das Leid der Menschen in der Region erhöht. Immer wieder wird auch die Machtpolitik im Iran und in den USA als Einflussfaktor genannt.
Manche nehmen einen
machiavellistischen Standpunkt ein, um ihre Überzeugungen darzulegen. "Wir führen einen totalen Krieg, weil wir für eine Idee kämpfen, wobei Ideen sich entweder durchsetzen oder scheitern...".
"Wir können durch die Kraft eines starken moralischen Beispiels führen ...(aber) Angst ist verlässlicher und nachhaltiger. Wenn wir unseren Feinden zeigen, dass wir in der Lage sind sie furchtbar zu bestrafen, wird unser Macht viel größer sein."
Michael Ledeen gehört zu den Neocons hinter dem abtretenden US-Präsidenten George W. Bush und schrieb beide Zitate in seinem Buch "The War Against the Terror Masters".
Ledeen favorisiert einen Militärschlag gegen das Regime im Iran, um die Region nach eigenen Vorstellungen zu formen.
Aber machiavellistische Gedanken hegen sicherlich nicht nur Politiker oder "
Amerikanische Denker" wie David J. Rusin in Amerika, die finden sich auch in Äußerungen von Politikern im Iran.
Manche Regierungen versuchen
Vorteile im regionalen Machtpoker aus der Situation in Gaza zu ziehen. Das Schicksal der palästinensischen Bevölkerung scheint für fundamentalistische Kräfte im Iran eine willkommene Gelegenheit zu sein, die eigene Bevölkerung und auch die Gemeinschaft der Muslime aufzuhetzen und sie hinter ihre radikalen Positionen zu bringen.
Die
Islamische Republik Iran ist ein Land, das seine Existenz der Vorbereitung für die Wiederkunft des ersehnten
Mahdi auf die Erde gewidmet hat. Der
Mahdi ist für die Schiiten der versprochene Erlöser.
Eine radikale Position in einem großen Spektrum von Interpretationen zu diesem Sachverhalt bekennt sich dazu, dass Menschen Chaos und Blutvergießen verursachen müssen, damit der Mahdi zurückkehren kann, um der Menschheit Licht und Gerechtigkeit zu bringen. Experten betrachten Mahmoud
Ahmadinedschad als Förderer dieser Position (
hier und
hier weiterlesen). Vielmehr verstehen ihn manche so, dass er es als Aufgabe der Regierung betrachtet alles dafür zu tun die Wiederkunft des Mahdi zu beschleunigen.
Somit haben wir auf beiden Seiten Kriegstreiber. Amerikanische Politiker plädieren häufig für Krieg, um Ziele wie Demokratie, Freiheit und Wohlstand für die ganze Welt zu erreichen. Für manche dieser Politiker sind diese Ideale nichts als Phrasen, um die Förderung des
Militärisch-Industriellen-Komplexes oder Positionen
fundamentalistischer Christen zu verdecken. Und welchen Nutzen haben die Theologen und Politiker im Iran, die sich der
Rückkehr des
Mahdi verschrieben haben?
Die iranische Regierung unterstützt die Brüder in PalästinaIm
Sommer 2008 bot Präsident Ahmadinedschad der ägyptischen Regierung an die iranische Botschaft in Kairo zügig wieder zu eröffnen, nachdem
Ayatollah Khomeini sie vor 30 Jahren hatte
schließen lassen. Aber die Ägypter wollten nicht.
Zwischen Gaza und Ägypten gibt es ein System von Tunneln. Viele Güter sind auf diesem Weg nach Gaza gelangt: Güter für den Lebenserhalt der Bevölkerung und Güter, die das Leben anderer beenden können. Eine Botschaft in Kairo zu haben, hätte es der iranischen Seite leichter gemacht die Hamas mit Sprengstoff zu versorgen. Aber die Regierung in Teheran fand andere Wege. Es gibt Vermutungen, dass
Reissäcke, die mit hebräischer Schrift bedruckt waren auch Sprengstoff enthielten und über Syrien nach Gaza gelangten, wo junge Männer das Endprodukt zusammenstellten: Raketen. Die Webseite
www.mouood.org hat Bilder veröffentlicht, wo diese Produktion zu sehen ist. Die Webseite wird von Leuten betrieben, die für die Rückkehr des Mahdi arbeiten. Mouood bedeutet Erlöser. Diese Raketen wurden nach Israel geschossen und dienen dem israelischen Militär als Rechtfertigung für die Operation "Gegossenes Blei".
Für die Angriffe gegen die Brüder in Palästina, gibt es viele Äußerungen, Kommentare und Aufmerksamkeit von offiziellen Vertretern im Iran und Entschlossenheit bei den
Basiji.
Um den Flughafen in Teheran versammelten sich zu Beginn der Bombardements auf Gaza um die 25.000 Basiji, die von ihrer Regierung verlangten nach Gaza gebracht zu werden, um Seite an Seite mit der Hamas zu kämpfen. Weder ihr Präsident, noch der Oberbefehlshaber der
Pasdaran und Basiji
Ali Jafari und auch nicht
Ayatollah Khamenei, das religiöse Oberhaupt des Landes konnten sie überzeugen wieder nach Hause zu gehen. Die Motivation der Basiji könnte Westler erschrecken: Sie würden gerne Märtyrer werden.
Während in Gaza gekämpft wurde, öffnete Ayatollah
Ali Khamenei (
hier und
hier weiterlesen) in einer Rede vom 5. Januar 2009 die Tore zu dieser Möglichkeit. Er gab bekannt, dass jeder auf der ganzen Welt ein Märtyrer werde, der beim Kampf gegen Zionisten weltweit sein Leben lassen würde. Das berichtet der Leitartikel von Raja News am Dienstag, 6. Januar 2009. Raja News steht hinter Ahmadinedschad und ist dem politischen Flügel von
Mesbah Yazdi nahe.
Basiji rufen zu Spenden einer Niere auf. Sie verbreiten, es sei höchst ehrenhaft eine Niere zu spende, sie zu Höchstpreisen zu verkaufen und das Geld für die Sache in Gaza zu geben. In der von den Basiji herausgegebenen Zeitschrift
Yassarat rufen sie zu Geldspenden für die Produktion von
Kassam Raketen auf, die von der
Hamas (
hier weiterlesen und
hier schauen) nach Israel abgefeuert werden.
Mitglieder der Basiji rekrutieren sich in der Hauptsache aus den Armen und Unzufriedenen im Iran. Die Basiji Kampfeinheiten spielten eine wichtige Rolle in der Verteidigung der Heimat im 8 Jahre-Krieg gegen den Irak.
Der ehemalige Befehlshaber der Pasdaran
Mohsen Rezai weist auf die gute Gelegenheit für Syrien, Israel aus dem Norden anzugreifen, während der Feind im Süden kämpft.
Gleichzeitig
reisteAnfang Januar 2009 der Vorsitzende des Nationalen Sicherheitsrats
Saeed Jalili nach Syrien und in den Libanon, um mit wichtigen Leuten wie
Hassan Nasrallah,
Bashar Assad und
Khaled Meshaal Gespräche zu führen.
Iran scheint sich um Koordination und Austausch zu bemühen, um Vorteile aus Israels Kämpfen mit der Hamas zu ziehen. Denkbar sind Ermutigungen von Seiten des Iranischen Gesandten die Kampfszene zu betreten. Wenige Tage später sind dann tatsächlich von nicht identifizierten Kräften im Libanon 4 Katjuscha Raketen in den Norden Israels
gefeuert worden (
hier und
hier weiterlesen). Mittlerweile noch weitere Raketen. Wie wird die israelische Armee darauf reagieren?
Sogar der junge schiitische Geistliche Muqtada Al Sadr, Führer der Mahdi Milizen im Irak, der im Moment im Iran lebt,
ruft die Iraker auf die US Truppen im Irak aus Rache an Israel anzugreifen.
Entweder sind diese Aufrufe allesamt ernst gemeint, dann wird es im Mittleren Osten bald einen großen Flächenbrand geben. Oder wir haben es mit reiner Propaganda zu tun, welche das Ziel hat, sich zum Meinungsführer bei allen Muslimen in der ganzen Welt, die sich um das Schicksal der Palästinenser sorgen und sich zumindest verbal gegen Israel stellen, zu machen.
Alternativ sollen diese Rufe Problem im Inland Irans übertönen. Einige Vermutungen lassen sich daraus ableiten:
Ist dies eine Chance für Israel neue Fakten in der Region zu schaffen, die die Mullahs im Iran schwächen könnten? Steckt dahinter schon die Agenda des zukünftigen Präsidenten Obama, um mehr Einfluss in Gesprächen mit dem Iran ausüben zu können, wenn er sein Amt antritt? Werden diese blutigen Aktionen in Gaza am 20.Januar beendet sein, damit Barak Obama einen sauberen Eintritt in die Präsidentschaft hat? Welchen geheimen Plan verfolgen die Mullahs? Warum unterstützen sie die muslimischen Brüder in Gaza, aber rührten keinen Finger für den Kampf der Tschetschenen gegen Russland?
Im Iran stellen Leute solche Fragen an wichtige Autoritäten. Eine Antwort von dem hoch angesehenen
Ayatollah Mohammad Sadegh Rohani findet sich auf seiner persischen
Webseite:
"Frage: Die Behörden des Landes(Iran) tun alles Mögliche für die Muslime in Gaza. Sie haben aber nie die Muslime in Tschetschenien unterstützt! Wieso dieser Widerspruch?
Die Antwort des Ayatollah: Jede Unterstützung der Muslime in Tschetschenien bedeutet ein Angriff auf unsere guten Beziehungen zu unserem Nachbarn Russland. Bevor das Projekt des nuklearen Zentrums in Bushehr nicht abgeschlossen ist, ist jede Kritik an der russischen Politik gleichzusetzen mit einer Widersetzung gegen den verborgenen Imam."Ayatollah Rohani hält die Beziehung Irans zu Russland für sehr wichtig, solange die Russen an der nuklearen Einrichtung in Buschehr arbeiten. Er verbindet diese Sache mit dem Mahdi. Solche Äußerungen verleiten zu dem Schluss, dass manche im Iran Nuklearenergie brauchen, um den Boden für den Mahdi zu bereiten. Und der braucht laut mancher Interpretationen von Prophezeiungen eine apokalyptische Situation auf Erden.
Zwei Fraktionen im politischen Establishment IransDer Herausgeber der Tageszeitung Keyhan, Hossein
Shariatmadary , gilt als das Sprachrohr und enger Verbündeter von Ayatollah Khamenei, dem religiösen Oberhaupt und Führer Irans. Am Montag, den
5.Januar veröffentlichte er einen Artikel, in dem er dafür plädiert keine Waffenruhe in Gaza zu vereinbaren, sondern den Widerstand fortzuführen und jeden
Zionisten in der ganzen Welt zu töten. Dabei erhebt er jeden Bewohner Israels zum Zionisten, der den Tod verdiene. Herr Shariatmadary ist für seine Hetztiraden und seine radikalen Positionen bekannt.
Der einstige Präsident und heutige Vorsitzende des
Expertenrats Hashemi Rafsanjani erhob bei einer Veranstaltung im Iran auch seine Stimme für die Unterstützung Palästinas. Offensichtlich kennt er die Stärke und die Waffen der Hamas, denn er behauptet die Hamas habe die richtigen Waffen, um das Eindringen israelischer Panzer abzuwehren. Aber er rief auch dazu auf ruhig zu bleiben, es brauche kein iranisches Blut, nur öffentliche Unterstützung sei gefragt. Diese Aussagen erscheinen geradezu milde im Vergleich mit den Forderungen Shariatmadarys.
Im Juni 2009 werden Wahlen für die Präsidentschaft im Iran abgehalten werden.
Es bekämpfen sich hauptsächlich zwei Fraktionen im Streben nach der Macht im Land. Ayatollah Khamenei
unterstützt öffentlich eine zweite Amtsperiode von Mahmoud Ahmadinedschad, obwohl er nicht mit allen Handlungen des Präsidenten in seiner ersten Amtszeit einverstanden zu sein schien. Doch liegt ihm die ideologische Ausrichtung des ehemaligen Bürgermeisters von Teheran.
Herr Khamenei stärkt Herrn Ahmadinedschad den Rücken. Er hätte gerne einen starken Präsidenten im Land, der nicht die Schwäche des letzten Safawidischen Königs hat und die Krone anderen übergibt. Ein Vergleich, den Khamenei in einer Rede verwendete, um klarzumachen, dass die Errungenschaften der islamischen Revolution vor 30 Jahren weiter getragen werden müssen. Khamenei bestärkte Ahmadinedschad so weiter zu regieren, als ob er die Wahlen schon gewonnen hätte.
Auf der anderen Seite sind die pragmatisch ausgerichteten Konservativen, die eher zu einer Zusammenarbeit mit den USA bereit sind und milder auftreten. Hashemi Rafsanjani hat ein Treffen der "
Nationalen Einheit" organisiert, zu der auch längst ins Abseits gedrängte politische Gruppierungen islamischer Ausrichtung eingeladen waren, um über die Zukunft des Landes zu diskutieren. Der einzige Politiker, der nicht teilnahm war M. Ahmadinedschad. Herr Shariatmadary nahm dafür Teil und nutzte das Forum, um seine radikalen Positionen zu vertreten.
Die
Prinzipientreuen hinter Ahmadinedschad, die sehr radikale politisch religiöse Ansichten vertreten, fürchten nicht nur ihre Macht abzugeben, sondern die Prinzipien der islamischen Revolution zu verlieren, wenn die Verbindung zum Westen stärker werden würde und vor allem westliche Kultur den Iran überschwemmen würde.
Offiziell verbreiten sie allerdings, es gebe für Ahmadinedschad keinen ernsthaften Konkurrenten um das Amt des Präsidenten.
Experten der Politik im Iran sehen einen großen Gegensatz zwischen öffentlichen Verlautbarungen und tatsächlichen Strategien oder Handlungen.
Eine der Strategien, um Probleme im Iran zu lösen, besteht darin die Flagge der Werte der islamischen Revolution zu hissen. Regierungsmitglieder gehen mit ihren Gegner auch verbal nicht zimperlich um. Sie versuchen die Armen und Unterdrückten hinter sich zu scharen, sei es mit politischen Parolen oder ökonomischen Leistungen, indem sie gewisse Ideale aus dem Islam hervorheben und diejenigen mit Geld aus satten Öleinnahmen belohnen, die ideologisch dieselbe Richtung nehmen. Verschiedene Zuwendungen an die Hisbollah im Libanon und an die Hamas in Palästina sind bereits gewährt worden. Die oberen Ränge der Revolutionsgardisten sind auch in große
Geschäfte mit Immobilien, Ölförderung und anderen wichtigen Gütern verwickelt. Eine sich religiös legitimierende Führung scheint hier durch Ideologisierung der Massen an der Erhaltung weltlicher Macht interessiert zu sein.
Welche Art von Liebe und Frieden?Präsident Ahmadinedschad
spricht von Liebe. Angesichts von
Hinrichtungen, Ausüben von Steinigungen als Strafe (
hier und
hier weiterlesen), Verfolgungen von
religiösen und
ethnischen Minderheiten,
Zerstörung von
Khaneghahs (auch
hier lesen) und
Menschenrechtszentren im Iran wirken seine Worte wie Phrasen, die an Aldous Huxleys Schöne Neue Welt erinnern. Welche Art von Liebe meint er?
Die Methoden der Mächtigen im Iran schaffen eine Atmosphäre von Angst, Hysterie und Lähmung. Solche Methoden erinnern stark an tyrannische Herrscher aus der Antike, die mit allen Mitteln an ihrer Macht festhielten. Es lebt kein Quäntchen Liebe darin.
Als der Präsident im Sommer 2005 sein Amt antrat, hatte er hauptsächlich die Stimmen der armen und ungebildeten Landbevölkerung. Laut Statistiken aus dem Iran leben
14 Millionen Menschen im Iran unter der Armutsgrenze. Eine blühende Wirtschaft war dringend erforderlich. Leute setzten große Hoffnungen in ihn. Die Basis der iranischen Wirtschaft bildet das Erdöl. Solange der Ölpreis bei 140$ pro Barrel notiert wurde, gab es sicherlich noch genügend ungelöste Probleme der Wirtschaft, aber es gab reichlich Geld, um zu handeln. Da der Ölpreis auf 40$ gesunken ist,
taumelt die Wirtschaft.
Ahmadinedschad rüttelt jetzt an der Kraftstoff-Subventionierung im Iran; die Zuschüsse vom Staat an Arme sind allmählich von 100$ pro Kopf auf 20$ reduziert worden. Er streitet mit Wirtschaftswissenschaftler im Iran um den rechten Kurs. Die baten ihn vor kurzem in einem offenen Brief weniger ideologisch motivierte Entscheidungen zu treffen und stattdessen pragmatischer zu agieren.
Viele Menschen ergreifen alle möglichen
Jobs, um zu etwas Geld zu kommen. Viele spannen ihre Kinder in harte und zerstörerische Arbeiten(
hier,
hier und
hier) ein wegen des Geldes. Drogen sind leicht und billig zu bekommen. Obwohl die Behörden offiziell hart daran gehen diese Problematik aus der Welt zu schaffen, finden sich zahllose junge Leute ohne Perspektive für ihr Leben und werden Alkohol- und Drogenabhängig. Armut ist im Iran kein neues Phänomen, die Art damit umzugehen auch nicht.
Auf der einen Seite finden sich viele ausgezeichnet ausgebildete Iraner, die internationale Preise auf verschiedenen Feldern der Wissenschaft gewinnen. Auf der anderen Seite ist Bildung ein unerreichbares Gut für viele Arme. Die werden eher nicht eingeladen denken zu lernen, sondern von verschiedenen Autoritäten mit radikalen Denkinhalten geprägt. Vernachlässigte oder manipulierende
Bildung ist ein Zeichen von diktatorischer und skrupelloser Art zu herrschen. Dadurch wird es einfacher Angst unter den Menschen, die nicht eigenständig denken gelernt haben und die nicht wissen, zu schüren. Doch dieses Spiel ist gefährlich, es bedenkt nur den kurzfristigen Erfolg. Eines Tages könnte sich die Angst gegen die Angsterzeuger wenden.
Die Regierung versucht mit allen Mitteln die Aufmerksamkeit der Leute im Iran auf einen äußeren Feind zu lenken. Der Befehlshaber der Pasdaran und Basiji Ali Jafari soll schon Pläne für eine neue Botschaftsbesetzung in Teheran gehabt haben, die an die
Besetzung der amerikanischen Botschaft von vor 30 Jahren erinnert. Diese Pläne wurden verändert als Israel Ende 2008 mit der Bombardierung von Gaza begann. Schwere Proteste wurden stattdessen vor zahlreichen Botschaften arabischer und westlicher Botschaften organisiert. Die dienten sicherlich als ein willkommenes Ventil für Emotionen aller Art und wirkten wie die zur Schaustellung einer Einheit hinter der Ideologie der Mullahkratie.
Manche politischen Akteure im Iran scheinen Radikalisierung als bestes Mittel zu betrachten die Bevölkerung Irans für eine weitere Amtszeit von Präsident Ahmadinedschad zu gewinnen - sogar auf Kosten palästinensischen Bluts. Vielleicht dient dieses Mittel aber auch einer größeren Sache, der Mahdi ist noch nicht erschienen.
Von Helmut N. Gabel