Der in Flensburg lebende persische Autor Babak Philip Saviz hat einen wortgewaltigen mit Poesie und Lyrik behafteten Roman über das alte zarathustrinische Persien geschrieben. "Sag Persien, ich werde wieder kommen" ist ein historischer Roman voller Eindringlichkeit und erzählt die Geschichte des Kriegers Kurosh (Cyrus), der das Persische Reich gegründet hat. 567 v. Ch. geboren, wurde Kurosh von seinem Großvater, dem verschwenderischen und selbstgefälligem Mederkönig Astyages, dem Tode geweiht, da der König aufgrund eines Albtraums sein Reich und seine Macht in Gefahr sah. Seine Priester und Sterndeuter, die ebenso ihre Macht behalten wollten, rieten dem König, den Jungen ermorden zu lassen.
Astyages beauftragte seinen obersten General Harpag damit, den „dunklen Schatten“ in die Wüste zu bringen und dort zu töten. Doch Harpag war kein schlechter Mensch, er spürte, dass es einen Neuanfang sowohl im Glauben, im Politischem wie auch Sozialem geben musste, und so verschonte er das Kind und gab es in die Obhut von zarathustrinischen Gelehrten. Mit diesem Glauben aufgewachsen, von den geheimen, weisen Worten eines Berglöwen begleitet und erleuchtet, kehrte Kurosh in seine eigentliche Heimatstadt Ekmatana zurück und erlernte dort die Kriegskunst der Meder. Nur so konnte er sich für die alles entscheidende Schlacht rüsten – eine Schlacht, die das Volk der Meder und die umliegenden Stämme vom Joch, den Steuern und der Sklaverei des König Astyages befreien konnte.
Wortgewaltig erzählt Saviz die Geschichte eines Mannes, der sich geschworen hat, das Gute und Richtige in seinem Land zu verteidigen. In der Tat basiert der Inhalt des Romans zwar auf eine historische Begebenheit, und die eigenwillige und gut recherchierte Epoche der Geschichte verleiht dem Leser eine natürliche Glaubwürdigkeit.
Der Autor hat den Roman mit vielen Interpretationen und mit zahlreichen tatsächlichen Geschehnissen geschickt verbunden, so dass der Roman eine durchlaufende und spannende Geschichte aufweist. Die Poesie, die Lyrik und die Gedankengänge der Hauptfiguren verfeinern den Roman und unweigerlich bringt es dem Leser zum Nachdenken. "Ich schrieb diesen Roman für mein Volk, für meine Identität und für meine Seele....", so der Autor.
Erscheinungsdatum : April 2008 – bereits jetzt reservierbar und bestellbar. Der Autor:Babak Philip Saviz ist der Sohn eines persischen Ex- Königsoffizieres und einer Deutschen und wurde im Iran geboren. 1979 floh die Familie nach der islamischen Revolution vor dem nicht „Vorstellbaren“ und erreichte später Deutschland. In Deutschland baute er sich mit seiner Familie eine neue Existenz auf. Saviz absolvierte die Fachoberschulreife und erlernte einen kaufmännischen Beruf. Er spricht fünf Sprachen und hat eine kleine Tochter, die zweisprachig aufwächst. Es ist ihm wichtig, dass seine Leser seine Werke verstehen und dadurch vielleicht ihre Sichtweise zu der einen oder anderen Thematik verändern oder überdenken. Insbesondere über sein Heimatland Persien.
Leseprobe:Donnergrollen. Am Abgrund des Fegefeuers und der ewigen Verdammnis. Er träumte von einem Baum, der immer größer und mächtiger wurde.Tausende von Armen aus Holz und Zweigen umschlangen ihn wie eine Umarmung des Todes, aus dem es kein Entkommen und Entrinnen gab. Der finstere Schatten des Baumes fiel über sein ganzes Land, sein ganzes Reich, und ergriff es wie ein tödliches Omen.
Schwebend sah er sich dahin gleiten, gleich einer schwerenlosen Himmelswolke. Der düstere Recke erhob seine Äste, wie sich windende Schlangen. Einer jener Äste formte sich zu einer geballten Hand, welche in sein blutrotes Herz griff, dieses herausriss und trophäenartig emporhob. Mit jedem schwindenden Herzschlag floss das warme Blut von oben herunter, bildete sich zu dunklen, salzigen Tropfen, die er spürte an seinem Gesicht, an den Wangen, in seinem Munde …
… der salzige Schweiß fand seinen unbeirrbaren Weg an seinem Leib und Haupte hinab - unangenehm kalt. Begraben sind die Träume im Angesicht des Morgengrauens und der aufgehende Glut in einer vergessenen Schatulle. Doch diese Träume stachen immerwährend in seine ruhelosen Gedanken. Sein Leib erschauderte vor Kälte und Furcht, so dass er weder Durst noch Hunger verspürte an diesem Morgen.
„Eilt, Ihr hörigen Niedriggeborenen, bringt mir die Orakeldeuter und die Sternenleser“, wies er hastend an. Alsdann die Deuter und Leser im Empfangssaal den König auf dem Throne erblickten, hielten sie still und hörten zu, als dieser vom Leid seines Traumes zu erzählen begann, hiernach sammelten sich Leser und Deuter, um sich eingehend zu beraten.
Wie eine Ewigkeit erschien die kaum messbare Zeit des Wartens, ehe der Sprecher mit dem Namen Pooyaa sich dem König zuwandte: „Mein edler König Astyages. Hochwürdiger Herr aller Meder und Beschützer der niederen Länder. Möge Euch die Glut am Himmel Euer Herz und Eure Seele ewig sanft erwärmen. Aus den Träumen unseres Königs deuten wir, so wie die Berufung uns in die Wiege gelegt ward, ein böses Schicksal und eine Warnung. Wie unerhofft kommt ein Omen. Wie unerwünscht ist dieses. Es ist ein Zeichen von höchster Bedeutsamkeit.“
Astyages befremdete dies, und er raunte: „Der Tag ist schön, denn die Glut am Himmel brennt nicht zu sehr. Die Winde schwirren angenehm mild. Ich bin fröhlichen Mutes und fürchte nicht das Böse. Nun sprecht eilends und deutet mir meinen Traum. Nennt mir dieses Zeichen!“
So legte nun Pooyaa die mit bunten Zeichen bemalte Rinderhaut aus und antwortete: „Eure schwangere Tochter wird einen Sohn gebären. Sein unersättlicher Wille, sein ungebrochenes Machstreben, ist jener dunkle Schatten. Es ist ein Zeichen der Götter aus der Unterwelt. Die Sterne unserer Ahnen rufen. Er, der noch nicht Geborene, wird das ganze Land diesseits und jenseits unterwerfen und demütigen. Der wachsende Baum ist seine unermessliche Gier, die ihn beherrscht.“
Der König runzelte seine Stirn und fragte: „So wird auch mein Land unter diesem Schatten fallen?“ Der Traumdeuter nickte und antwortete: „Ja, mein König, auch das allmächtige, erhabene Land der Meder.“ Astyages stand entschlossen auf und raunte seinen Palastwachen zu: „Man sende mir Harpag!“
Verlag : Tordenfjord Verlag
Genre: Historischer Roman
Erscheinungsjahr: April 2008
Gestaltung: Taschenbuch, 284 Seiten, 2 s/w Abbildungen
Format: 13x19cm
ISBN: 978-3-939948-06-3
Preis: 12,95 €
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